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Tricks und Maschen
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BITTE VORSICHT BEI GESCHÄFTEN MIT NIGERIA

Wirtschaftskriminalität treibt Spitzenblüten

Während es der Wirtschaft in Nigeria schlecht geht, hat die Kriminalität Hochkonjunktur. Immer wieder fallen ausländische Firmen auf die ausgefuchsten Tricks nigerianischer Betrügerbanden rein. Fingierte Staatsaufträge, gefälschte Schecks und Kontrakte sind nur einige der üblen Machenschaften, mit denen die Banden Unternehmern das Geld aus der Tasche ziehen. Geschädigte haben rechtlich kaum eine Chance, da die Beweisführung in der Regel äußerst schwierig ist Die Kammerorganisation empfiehlt deshalb deutschen Unternehmern, Geschäftsanbahnungen mit nigerianischen Firmen kritisch unter die Lupe zu nehmen.

Die Praxis: Deutschen Unternehmen und Privatpersonen flattern verlockende Angebote zur Geschäftsanbahnung mit nigerianischen Partnern ins Haus. Da sich mittlerweile herumgesprochen hat, dass man von solchen Angeboten möglichst die Finger lassen soll, werden die Tricks der Betrügerbanden immer raffinierter. Die Absender solcher Briefe sind Scheinfirmen oder -behörden, Prinzen oder hohe Verwaltungsbeamte. Die Postfächer und Telex- oder Telefaxanschlusse sollen Seriosität vortäuschen. Für den Adressaten ist aber nur schwer zu durchschauen, was wirklich hinter diesen Absender steckt. Gefälschte Dokumente; Briefpapier und nachgedruckte Scheckbücher - alles leicht auf dem nigerianischen Schwarzmarkt zu erhalten - wiegen den Adressaten erst einmal in Sicherheit.

Noch schwieriger wird. es, wenn sich der Unternehmer erst einmal auf ein Angebot eingelassen hat und nach Nigeria reist. Dann ist es keine Seltenheit, dass er tatsächlich in der Zentralbank oder in einem der Ministerien empfangen wird, ohne dass die Verantwortlichen hiervon überhaupt wissen. Dies ist aber keineswegs die Spitze des Eisberges. Drogenkuriere und Schlepperorganisationen bedienen sich oft der gleichen Kanäle um Einladungsanschreiben für diese Anträge zu, erschleichen.

Bei der nigerianischen Regierung hagelte es vor Beschwerden ausländischer und deutscher Unternehmen über dieses kriminelle Vorgehen. Die Reaktion: Nigeria versprach eine nachhaltigere, Verfolgung der Straftaten. Gleichwohl sind die getroffenen Maßnahmen bislang erfolglos geblieben. Vermutlich lässt sich die Polizei entweder von den Verbrechern einschüchtern oder bestechen. Eine Spitzenblüte am Rande: Eine angeblich dem Präsidenten unterstellte Einsatztruppe "Economic Recovery Task Force" schreibt frühere Betrugsopfer an, um ihnen bei der Schadensbeantragung behilflich zu sein. Die Geschädigten werden dann 'über neue Vorleistungen, Rechtsanwaltsgebühren und ähnliches mehr ein zweites Mal ausgenommen. Selbst wenn es zu einem Prozess kommt, ist die Beweisführung äußerst schwierig.

Um die Unternehmerschaft zu wappnen, werden nachfolgend die häufigsten Tricks vorgestellt. Doch "Holzauge sein wachsam": Die Betrüger erfinden ständig neue Varianten.

Illegale Finanztransaktionen

Eine beliebte Masche ist die Ankündigung, dass Regierungsbeamte angeblich blockierte Fonds aus früheren, noch nicht abgerechneten Regierungsgeschäften ins Ausland transferieren wollen; oder es wird vorgegeben, es stünden noch Beträge aus überfakturierten, schon genehmigten Großaufträgen bereit. Damit diese Beträge bei der Zentralbank. mobilisiert werden könnten, sei es -notwendig, Rechnungen ausländischer Firmen unterzuschieben. Den ausländischen Firmen wird dabei eine attraktive Mitbeteiligung von bis zu 30 Prozent des blockierten Betrages versprochen. Dafür müssten sie die notwendigen Unterlagen zur Verfügung stellen und sich verpflichten, die übrigen 70 Prozent des Betrages an die nigerianischen Partner abzugeben. Verlangt werden blankounterschriebenes Briefpapier, leere Rechnungsformulare sowie die Angabe eines Bankkontos zum geplanten Transfer.

Gehen die Angesprochenen darauf ein, machen sie sich eines versuchten Betruges zum Nachteil des nigerianischen Staates strafbar. Dadurch werden sie sofort erpressbar. Wenn sie dann nach Nigeria eingeladen werden und tatsächlich einreisen, finden in Amtsgebäuden scheinbar seriöse Verhandlungen statt. Danach werden Gebühren für alle möglichen Dienstleistungen vorab verlangt, bevor das versprochene Geld fließen kann. Die angeblich offenen Fonds gibt es natürlich nicht. Mit den Blankobriefen fälschen die Betrüger Bankanweisungen zugunsten eigener Konten. Da die Unterschriften auf den Briefen echt sind, kann die angewiesene Bank nicht zur Schadensersatzpflicht wegen Sorgfaltspflichtverletzung herangezogen werden. [zurück zur Liste]

Fingierte Staatsaufträge

Als Hintergrund: Der nigerianische Staat hat ein Monopol auf dem Erdölhandel. Folglich spielt die öffentliche Hand bei der Verwendung dieser Einnahmen die entscheidende Rolle. Viele ausländische Firmen wissen um die oft sehr einträglichen Staatsaufträge. Ist ihr Vorwissen wenig präzise, können sie leicht zu Opfern von Betrügerbanden werden. Der Trick: In fingierten öffentlichen Ausschreibungen erhält ein anbietendes Unternehmen den "Zuschlag". Oftmals werden dann in Verhandlungen die unterschiedlichsten Gebühren fällig. Tatsächlich existieren die Staatsaufträge nicht. [zurück zur Liste]

Gefälschte Erdölkontrakte

Ein weiterer Nepp: Von angeblichen Vertretern der staatlichen Erdölgesellschaft oder dieser nahestehenden Kommissionären werden Kontakte mit ausländischen Unternehmern angeknüpft. Lukrative Lieferungen außerhalb der OPEC-Quoten werden dabei angeboten. Wiederum findet die Anbahnung ihre Fortsetzung in Schein- vertragsverhandlungen. Hier werden teilweise sogar die Geschäftsräume der staatlichen Erdölgesellschaft genutzt. Auch hier fällt wieder eine angeblich übliche Gebühr in Höhe von mehreren 100 000 US-Dollar bei der Vertragsunter- zeichnung an. Schadenersatzforderungen können wiederum auf Grund des nicht offiziell registrierten Vertrages nicht durchgesetzt werden.
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Erzwungene Vorauslieferungen und Musterschwindel

Trick "17": Nach einer Kontaktaufnahme kommt es zu einem vermeintlichen Geschäftsabschluss. Vor Erlangen des Akkreditivs trifft plötzlich eine dringende Anfrage aus Nigeria ein, die den Exporteur unter Zeitdruck setzt. Es heißt dann: Eine Vorauslieferung müsse unbedingt sofort erfolgen, damit Waren auf einer Messe ausgestellt oder einem wichtigen potentiellen Käufer vorgeführt werden könnten. Da der Exporteur den Großauftrag nicht verlieren möchte, werden Teillieferungen dann oftmals leichtfertig gegen ungedeckte Schecks ausgeführt. Die Vorauslieferung ist jedoch verloren und das große Geschäft lässt für immer auf sich warten. [zurück zur Liste]

Gefälschte Schecks und Akkreditive

Einzelne Betrüger haben sich auf Akkreditivfälschung nigerianischer und ausländischer Formulare spezialisiert. Hierzu behelfen sich die Betrüger eines ganzen Firmennetzes, was vorgibt, dass nicht nur ein echter Vertragspartner vorhanden ist, sondern dass auch eine Bank existiert, die Garantien leistet. Bei "Eingang vorbehalten" gutgeschriebenen Schecks sollte erst abgewartet werden, ob sie tatsächlich eingelöst werden. Hier hilft die Hausbank weiter: Sie kann eine Scheckbestätigung der bezogenen Bank einholen. In der Regel existiert die bezogene Bank nicht oder die Schecks sind gefälscht
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Erschwindelte Einladungsschreiben und Flugtickets

Der nächste Fall: Nach einiger Korrespondenz mit einem potentiellen Geschäftspartner wollen die nigerianischen Betrüger die ausländische Firma besuchen. Hierfür verlangen. sie Einladungsschreiben an die jeweilige Botschaft in Lagos sowie Flugtickets. Auch hier wartet die einladende Firma vergeblich auf die Besucher. Die Einladungsschreiben werden aber von Drogenkurieren und den vorgenannten Betrügerbanden zur Scheckeinlösung benutzt.
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Gefahren für ausländische Geschäftsbesucher

Das Letzte: Die nigerianischen Partner verlangen vom ausländischen Partner zur Unterzeichnung angeblicher Millionenaufträge, dass er zur Vertragsunterzeichnung nach Nigeria reise, um bei der jeweiligen Behörde oder dem beurkundenen Notar eine Gebühr von weit über 100.000 US Dollar zu hinterfegen. Um die Seriosität zu unterstreichen, werden gefälschte amtliche Dokumente zugestellt und der Besucher am Flughafen abgeholt. Hier setzen sich ausländische Geschäftsleute echter physischer Gefahr aus. So wurde ein deutscher Geschäftsmann auf der Rückfahrt von vermeintlichen Vertragsverhandlungen von Straßenräuber überfallen. Darüber hinaus gibt es zwei ungeklärte Todesfälle amerikanischer Geschäftsleute, die offenbar nicht zahlen wollten.
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Kammerorganisation warnt

Die nigerianischen Betrügerbanden schaden nicht nur den ausländischen Geschäftsleuten, sondern vor allen Dingen ihrem eigenen Land. Die Anzahl Krimineller nimmt ständig zu. Es ist nicht abzusehen, wie und wann das Problem in den Griff zu bekommen ist, Korruption und Betrug entstehen nicht von selbst, sondern müssen einen entsprechenden Nährboden vorfinden. Der Nährboden heißt nicht nur missglückte Staatswirtschaft und zerrüttete Finanzen, sondern auch Armut der Bevölkerung. Die Skrupellosigkeit der Wirtschaftskriminellen hat einen einstmals reichen Staat zerrüttet. Ein Neuanfang ist nur möglich, wenn endlich gegen die Betrügerbanden massiv durchgegriffen wird. So lange dies nicht der Fall ist, sollten Geschäftsanbahnungen mit nigerianischen Firmen kritisch unter die Lupe genommen werden.
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